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Schulung · 2 Tage

Vibe Coding für KMU: kleine Werkzeuge selbst bauen

2 Tage · 16 UE Anfänger / Anwender KI-Praxis

Sie beschreiben, die KI baut. In zwei Tagen entstehen drei kleine Werkzeuge für Ihren Betrieb: ein Angebots-Rechner, eine Checklisten-App, eine Kunden- oder Materialliste mit Suche. Ohne Programmieren, ohne Hosting-Wissen.

Worum es geht

Im letzten Jahr hat sich verändert, wer Software bauen kann. Vor 2024 brauchte es einen Programmierer für jedes noch so kleine Werkzeug. Heute können Sie der KI in normalem Deutsch beschreiben, was Sie haben wollen, und sie baut es. Sie testen, sagen was schief ist, sie bessert aus. Das nennt sich Vibe Coding, und für kleine Werkzeuge funktioniert es erstaunlich gut.

Dieser Kurs zeigt nicht, wie man Programmierer wird. Er zeigt, wie Sie als Unternehmerin oder Inhaber kleine, klar umrissene Werkzeuge für Ihren Betrieb selbst zusammenbauen lassen: einen Angebots-Rechner mit Ihren Stundensätzen, eine Checkliste für eine wiederkehrende Aufgabe, eine durchsuchbare Kunden- oder Materialliste. Werkzeuge, die heute oft als Excel-Tabelle existieren und in jedem zweiten Betrieb halbgar laufen.

Nach zwei Tagen wissen Sie: was Vibe Coding leisten kann, wo seine Grenze ist, und welche drei Werkzeuge Sie ab Tag drei in Ihrem Betrieb einsetzen. Inklusive Veröffentlichung, sodass Sie das Werkzeug auf jedem Gerät aufrufen und an Mitarbeiter weitergeben können.

Was ist Vibe Coding

Der Begriff stammt aus der Entwickler-Welt und heißt sinngemäß: nicht jeden Befehl tippen, sondern beschreiben was rauskommen soll und die KI machen lassen. Drei Eigenheiten, die diesen Kurs prägen:

  • Beschreiben statt programmieren. Sie sagen „ich brauche einen Rechner, der aus Quadratmetern und Stundensatz einen Festpreis macht und einen PDF-Ausdruck erlaubt". Die KI schreibt den Code.
  • Iterieren statt planen. Sie bauen nicht erst ein Konzept, sondern lassen einen ersten Wurf machen, schauen ihn an, sagen was fehlt. Nach drei bis fünf Runden steht das Werkzeug.
  • Wegwerfen ist erlaubt. Vibe Coding-Werkzeuge sind günstig in der Herstellung. Wenn sich nach drei Wochen zeigt, dass die Logik anders sein müsste, baut die KI in zwanzig Minuten eine zweite Version.

Voraussetzungen

  • Eigener Laptop (Windows oder Mac)
  • Internetzugang (im Kursraum vorhanden)
  • Ein kostenloser Claude-Account (Anleitung kommt mit der Anmeldebestätigung)
  • Eine grobe Idee, welche drei Werkzeuge Ihnen in Ihrem Betrieb am meisten Zeit sparen würden. Wenn Sie keine Idee haben, ist das auch okay, ich bringe Branchen-Beispiele mit.

Keine Programmier-Erfahrung nötig, keine Vorinstallation, kein GitHub-Account vorab.

Tag 1: Denkweise und das erste eigene Werkzeug

Modul 1: Was Vibe Coding kann und was nicht

  • Beschreiben statt tippen am echten Beispiel
  • Drei Anzeichen, dass sich ein Werkzeug für Vibe Coding eignet: eine klare Eingabe, eine klare Ausgabe, läuft im Browser ohne Datenbank
  • Was Vibe Coding nicht ersetzt: Buchhaltung, CRM, Multi-User-Apps, alles mit echtem Login
  • Live-Demo: In sechs Minuten vom Satz „Ich brauche einen Rechner für die Hochzeitsfotografie-Pakete" zur fertigen, druckbaren Webseite

Modul 2: Claude als Bau-Werkstatt

  • Claude Projects und Artifacts: wo das Werkzeug entsteht, wo es bleibt
  • Eingabe schreiben, Ergebnis prüfen, gezielt nachbessern
  • Wann Sie auf „neu starten" klicken sollten und wann nicht
  • Konkreter Fall: Eine Trainerin baut sich einen Rechner, der ihre Tagsätze, Reisezeit und Materialkosten zu einem Angebotstext zusammenrechnet

Modul 3: Vom Vibe zur Iteration

  • Wie Sie Verbesserungswünsche so formulieren, dass die KI sie versteht („mach das auf dem Handy lesbar", „rechne in Euro mit Komma", „füg einen Druck-Button hinzu")
  • Was tun, wenn die KI etwas verschlimmert: zurückrollen, neu beschreiben, klein anfangen
  • Wann Sie aufhören sollten: das Werkzeug ist gut genug, jetzt benutzen
  • Konkreter Fall: Ein Handwerker baut sich eine Aufmaß-Checkliste, die ihm am Ende eine Mail-Vorlage für das Angebot ausspuckt

Modul 4: Erstes eigenes Werkzeug fertigstellen

  • Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer baut ein erstes echtes Werkzeug aus dem eigenen Betrieb
  • Druckbar, mit Eingabefeldern, im Browser nutzbar
  • Am Ende des Tages: Drei bis sechs verschiedene Werkzeuge im Raum, jeder kennt das eigene und hat zwei andere gesehen

Tag 2: Veröffentlichen, Daten reinholen, Grenzen kennen

Modul 5: Daten rein, Ergebnis raus

  • Wie das Werkzeug eine CSV-Datei (Excel-Export) lesen kann
  • Wie es eine PDF-Datei oder eine CSV-Datei als Download anbietet
  • Wie es Daten zwischen Besuchen speichert (im Browser, ohne Server)
  • Konkreter Fall: Eine Onlinehändler-Assistenz lädt eine Lagerliste hoch und das Werkzeug erzeugt daraus Produkttext-Entwürfe zum Kopieren

Modul 6: Veröffentlichen, ohne Hosting-Wissen

  • Das Werkzeug als einzelne HTML-Datei aufs Handy oder per Mail an Mitarbeiter
  • Kostenlos online stellen (Cloudflare Pages, GitHub Pages), Schritt für Schritt geklickt
  • Eine eigene Adresse vergeben, sodass das Werkzeug Ihnen gehört (z. B. werkzeuge.ihrbetrieb.at)
  • Wie Sie es wieder vom Netz nehmen, wenn es ausgedient hat

Modul 7: Zweites Werkzeug und Übergabe

  • Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer baut ein zweites Werkzeug, diesmal mit Daten-Import oder Export
  • Beispiele: Checklisten-App für ein wiederkehrendes Verfahren, durchsuchbare Material- oder Kundenliste, Termin-Bestätigungs-Generator
  • Werkzeug in der Gruppe vorstellen, Feedback einsammeln

Modul 8: Was Vibe Coding nicht kann, und wo ich übernehme

  • Sensible Daten (Klientendaten, Krankenakten, Finanzdaten): warum die in dieser Welt nichts verloren haben
  • DSGVO und Datenschutz bei Werkzeugen, die im Browser laufen
  • Wann ein Werkzeug zu groß wird für Vibe Coding und Sie eine richtige Anwendung brauchen
  • Was das dann kostet, was es nicht kostet, wo ich einspringe und wo Sie selbst weiterbasteln können
  • Konkreter Fall: Ein Vibe-Werkzeug ist erfolgreich genug, dass es jetzt eine richtige Datenbank braucht. Wir besprechen den Übergang.

Was Sie mitnehmen

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer verlässt den Kurs mit:

  • Drei laufenden Mini-Werkzeugen aus dem eigenen Betrieb, getestet und im Browser nutzbar
  • Einer Vorlage, wie Sie Werkzeug Nr. 4, 5 und 6 selbst beschreiben und bauen lassen
  • Einer Veröffentlichungs-Adresse für mindestens eines der Werkzeuge, falls gewünscht
  • Einer ehrlichen Einschätzung, was Vibe Coding in Ihrem Betrieb leisten kann und wo die Grenze ist

Kombi mit dem Cowork-Kurs

Wer beide Schulungen bucht, Claude Cowork für Ihren Betrieb plus Vibe Coding für KMU, zahlt 800 € netto statt 900 €. Die Reihenfolge ist egal, die Kurse ergänzen sich:

  • Cowork = Sie lassen die KI Ihre täglichen Aufgaben mit-erledigen
  • Vibe Coding = Sie lassen die KI für Sie eigene kleine Werkzeuge bauen

Beides zusammen deckt den Großteil dessen ab, was ein KMU heute praktisch aus KI machen kann.

Förderung

Der Kurs ist in Österreich an mehreren Stellen förderfähig. Welche Förderung passt, hängt von Bundesland und Unternehmensgröße ab:

  • WKO Bildungsförderung Salzburg: Zuschuss für Mitarbeiterschulungen Salzburger Betriebe
  • AMS Qualifizierungsförderung für Beschäftigte (QfB): Förderquoten je nach Unternehmensgröße bis ca. 50 %
  • WAFF: für Wienerinnen und Wiener, Bildungskonto und Digi-Winner
  • Digitalisierungs- und Bildungsförderungen der Wirtschaftskammern: laufend wechselnd, aktuell bei der Landeskammer nachfragen
  • AK Bildungsgutschein: für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe

Bei der Antragstellung helfe ich mit Kursbeschreibung, Trainerqualifikation und passendem Rechnungsformat. Eine kurze Mail genügt.

Anmeldung

Anmeldung über das Bildungszentrum Regional Renate Mohr · r.mohr@bildungszentrum-regional.at · +43 664 5230735

Inhaltliche Fragen direkt an mich Emanuel Althuber · office@projekt-entwicklung.at

Häufige Fragen

Was Teilnehmer wissen wollen

Brauche ich Programmierkenntnisse? +
Nein. Sie schreiben kein Komma Code. Sie beschreiben in normalem Deutsch, was das Werkzeug können soll. Die KI baut, Sie testen, sagen was anders sein soll, die KI baut nach. Genau das ist Vibe Coding.
Was ist der Unterschied zum Claude-Cowork-Kurs? +
Im Cowork-Kurs lernen Sie, mit der KI Aufgaben zu erledigen (Angebote schreiben, Mails sortieren). Im Vibe-Coding-Kurs lassen Sie sich von der KI kleine Werkzeuge bauen, die Sie danach immer wieder verwenden. Beides ergänzt sich gut, wer beide Kurse bucht, zahlt 800 € statt 900 €.
Sind die Werkzeuge danach wirklich nutzbar oder bleibt es Spielerei? +
Nutzbar. Jeder Teilnehmer geht mit drei laufenden Mini-Werkzeugen nach Hause: einem Rechner für die eigene Kalkulation, einer Checklisten-App und einer kleinen Liste mit Suche. Alle laufen im Browser, auf jedem Gerät, ohne Installation.
Was kann ich damit NICHT bauen? +
Keine Buchhaltung, kein CRM, keine Kassen-Software, keine Apps mit mehreren Benutzern und Login, nichts mit Klientendaten oder sensiblen Inhalten. Sobald es in diese Richtung geht, sind wir bei klassischer Auftragsentwicklung, das mache ich separat.
Ist der Kurs förderfähig? +
Ja. In Frage kommen je nach Bundesland und Unternehmensgröße: WKO Bildungsförderung Salzburg, AMS Qualifizierungsförderung für Beschäftigte (QfB), WAFF in Wien, AK-Bildungsgutschein und Digitalisierungsförderungen der Wirtschaftskammern. Bei der Antragstellung helfe ich mit Kursbeschreibung und passendem Rechnungsformat.