Vibe Coding für KMU: kleine Werkzeuge selbst bauen
Sie beschreiben, die KI baut. In zwei Tagen entstehen drei kleine Werkzeuge für Ihren Betrieb: ein Angebots-Rechner, eine Checklisten-App, eine Kunden- oder Materialliste mit Suche. Ohne Programmieren, ohne Hosting-Wissen.
Worum es geht
Im letzten Jahr hat sich verändert, wer Software bauen kann. Vor 2024 brauchte es einen Programmierer für jedes noch so kleine Werkzeug. Heute können Sie der KI in normalem Deutsch beschreiben, was Sie haben wollen, und sie baut es. Sie testen, sagen was schief ist, sie bessert aus. Das nennt sich Vibe Coding, und für kleine Werkzeuge funktioniert es erstaunlich gut.
Dieser Kurs zeigt nicht, wie man Programmierer wird. Er zeigt, wie Sie als Unternehmerin oder Inhaber kleine, klar umrissene Werkzeuge für Ihren Betrieb selbst zusammenbauen lassen: einen Angebots-Rechner mit Ihren Stundensätzen, eine Checkliste für eine wiederkehrende Aufgabe, eine durchsuchbare Kunden- oder Materialliste. Werkzeuge, die heute oft als Excel-Tabelle existieren und in jedem zweiten Betrieb halbgar laufen.
Nach zwei Tagen wissen Sie: was Vibe Coding leisten kann, wo seine Grenze ist, und welche drei Werkzeuge Sie ab Tag drei in Ihrem Betrieb einsetzen. Inklusive Veröffentlichung, sodass Sie das Werkzeug auf jedem Gerät aufrufen und an Mitarbeiter weitergeben können.
Was ist Vibe Coding
Der Begriff stammt aus der Entwickler-Welt und heißt sinngemäß: nicht jeden Befehl tippen, sondern beschreiben was rauskommen soll und die KI machen lassen. Drei Eigenheiten, die diesen Kurs prägen:
- Beschreiben statt programmieren. Sie sagen „ich brauche einen Rechner, der aus Quadratmetern und Stundensatz einen Festpreis macht und einen PDF-Ausdruck erlaubt". Die KI schreibt den Code.
- Iterieren statt planen. Sie bauen nicht erst ein Konzept, sondern lassen einen ersten Wurf machen, schauen ihn an, sagen was fehlt. Nach drei bis fünf Runden steht das Werkzeug.
- Wegwerfen ist erlaubt. Vibe Coding-Werkzeuge sind günstig in der Herstellung. Wenn sich nach drei Wochen zeigt, dass die Logik anders sein müsste, baut die KI in zwanzig Minuten eine zweite Version.
Voraussetzungen
- Eigener Laptop (Windows oder Mac)
- Internetzugang (im Kursraum vorhanden)
- Ein kostenloser Claude-Account (Anleitung kommt mit der Anmeldebestätigung)
- Eine grobe Idee, welche drei Werkzeuge Ihnen in Ihrem Betrieb am meisten Zeit sparen würden. Wenn Sie keine Idee haben, ist das auch okay, ich bringe Branchen-Beispiele mit.
Keine Programmier-Erfahrung nötig, keine Vorinstallation, kein GitHub-Account vorab.
Tag 1: Denkweise und das erste eigene Werkzeug
Modul 1: Was Vibe Coding kann und was nicht
- Beschreiben statt tippen am echten Beispiel
- Drei Anzeichen, dass sich ein Werkzeug für Vibe Coding eignet: eine klare Eingabe, eine klare Ausgabe, läuft im Browser ohne Datenbank
- Was Vibe Coding nicht ersetzt: Buchhaltung, CRM, Multi-User-Apps, alles mit echtem Login
- Live-Demo: In sechs Minuten vom Satz „Ich brauche einen Rechner für die Hochzeitsfotografie-Pakete" zur fertigen, druckbaren Webseite
Modul 2: Claude als Bau-Werkstatt
- Claude Projects und Artifacts: wo das Werkzeug entsteht, wo es bleibt
- Eingabe schreiben, Ergebnis prüfen, gezielt nachbessern
- Wann Sie auf „neu starten" klicken sollten und wann nicht
- Konkreter Fall: Eine Trainerin baut sich einen Rechner, der ihre Tagsätze, Reisezeit und Materialkosten zu einem Angebotstext zusammenrechnet
Modul 3: Vom Vibe zur Iteration
- Wie Sie Verbesserungswünsche so formulieren, dass die KI sie versteht („mach das auf dem Handy lesbar", „rechne in Euro mit Komma", „füg einen Druck-Button hinzu")
- Was tun, wenn die KI etwas verschlimmert: zurückrollen, neu beschreiben, klein anfangen
- Wann Sie aufhören sollten: das Werkzeug ist gut genug, jetzt benutzen
- Konkreter Fall: Ein Handwerker baut sich eine Aufmaß-Checkliste, die ihm am Ende eine Mail-Vorlage für das Angebot ausspuckt
Modul 4: Erstes eigenes Werkzeug fertigstellen
- Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer baut ein erstes echtes Werkzeug aus dem eigenen Betrieb
- Druckbar, mit Eingabefeldern, im Browser nutzbar
- Am Ende des Tages: Drei bis sechs verschiedene Werkzeuge im Raum, jeder kennt das eigene und hat zwei andere gesehen
Tag 2: Veröffentlichen, Daten reinholen, Grenzen kennen
Modul 5: Daten rein, Ergebnis raus
- Wie das Werkzeug eine CSV-Datei (Excel-Export) lesen kann
- Wie es eine PDF-Datei oder eine CSV-Datei als Download anbietet
- Wie es Daten zwischen Besuchen speichert (im Browser, ohne Server)
- Konkreter Fall: Eine Onlinehändler-Assistenz lädt eine Lagerliste hoch und das Werkzeug erzeugt daraus Produkttext-Entwürfe zum Kopieren
Modul 6: Veröffentlichen, ohne Hosting-Wissen
- Das Werkzeug als einzelne HTML-Datei aufs Handy oder per Mail an Mitarbeiter
- Kostenlos online stellen (Cloudflare Pages, GitHub Pages), Schritt für Schritt geklickt
- Eine eigene Adresse vergeben, sodass das Werkzeug Ihnen gehört (z. B. werkzeuge.ihrbetrieb.at)
- Wie Sie es wieder vom Netz nehmen, wenn es ausgedient hat
Modul 7: Zweites Werkzeug und Übergabe
- Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer baut ein zweites Werkzeug, diesmal mit Daten-Import oder Export
- Beispiele: Checklisten-App für ein wiederkehrendes Verfahren, durchsuchbare Material- oder Kundenliste, Termin-Bestätigungs-Generator
- Werkzeug in der Gruppe vorstellen, Feedback einsammeln
Modul 8: Was Vibe Coding nicht kann, und wo ich übernehme
- Sensible Daten (Klientendaten, Krankenakten, Finanzdaten): warum die in dieser Welt nichts verloren haben
- DSGVO und Datenschutz bei Werkzeugen, die im Browser laufen
- Wann ein Werkzeug zu groß wird für Vibe Coding und Sie eine richtige Anwendung brauchen
- Was das dann kostet, was es nicht kostet, wo ich einspringe und wo Sie selbst weiterbasteln können
- Konkreter Fall: Ein Vibe-Werkzeug ist erfolgreich genug, dass es jetzt eine richtige Datenbank braucht. Wir besprechen den Übergang.
Was Sie mitnehmen
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer verlässt den Kurs mit:
- Drei laufenden Mini-Werkzeugen aus dem eigenen Betrieb, getestet und im Browser nutzbar
- Einer Vorlage, wie Sie Werkzeug Nr. 4, 5 und 6 selbst beschreiben und bauen lassen
- Einer Veröffentlichungs-Adresse für mindestens eines der Werkzeuge, falls gewünscht
- Einer ehrlichen Einschätzung, was Vibe Coding in Ihrem Betrieb leisten kann und wo die Grenze ist
Kombi mit dem Cowork-Kurs
Wer beide Schulungen bucht, Claude Cowork für Ihren Betrieb plus Vibe Coding für KMU, zahlt 800 € netto statt 900 €. Die Reihenfolge ist egal, die Kurse ergänzen sich:
- Cowork = Sie lassen die KI Ihre täglichen Aufgaben mit-erledigen
- Vibe Coding = Sie lassen die KI für Sie eigene kleine Werkzeuge bauen
Beides zusammen deckt den Großteil dessen ab, was ein KMU heute praktisch aus KI machen kann.
Förderung
Der Kurs ist in Österreich an mehreren Stellen förderfähig. Welche Förderung passt, hängt von Bundesland und Unternehmensgröße ab:
- WKO Bildungsförderung Salzburg: Zuschuss für Mitarbeiterschulungen Salzburger Betriebe
- AMS Qualifizierungsförderung für Beschäftigte (QfB): Förderquoten je nach Unternehmensgröße bis ca. 50 %
- WAFF: für Wienerinnen und Wiener, Bildungskonto und Digi-Winner
- Digitalisierungs- und Bildungsförderungen der Wirtschaftskammern: laufend wechselnd, aktuell bei der Landeskammer nachfragen
- AK Bildungsgutschein: für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe
Bei der Antragstellung helfe ich mit Kursbeschreibung, Trainerqualifikation und passendem Rechnungsformat. Eine kurze Mail genügt.
Anmeldung
Anmeldung über das Bildungszentrum Regional Renate Mohr · r.mohr@bildungszentrum-regional.at · +43 664 5230735
Inhaltliche Fragen direkt an mich Emanuel Althuber · office@projekt-entwicklung.at